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Bilder

Rekonstruktionsversuch der Burg Dagstuhl in ihrer größten Ausdehnung um 1466
Bauphasenplan der Burg. © Büro für Burgenforschung Dr. Zeune, Eisenberg im Allgäu 2005/06
Stein- und verformungsgerechtes Aufmaß einer modern veränderten Schießscharte, die ca. 1466 in die östliche Ringmauer eingebaut wurde. © Büro für Burgenforschung Dr. Zeune, Eisenberg im Allgäu 2005/06

Inhalt

Baugeschichte

…unt der Thurme grohs und newe ausgefuhret…

 

Die Baugeschichte ist äußerst komplex. Erst durch gezielte Forschungen am Mauerwerk und die sorgfältige Auswertung der detaillierten Schriftquellen gelang es, die Baugeschichte der Burg weitgehend zu rekonstruieren.


Pfostenlöcher verweisen auf eine nicht näher bestimmbare Vorgängerburg.

Um 1280/90 erfolgte der Bau einer ersten steinernen Hauptburg als längsrechteckiger Kasten von ca. 47 x 20 m Größe, mit Schildmauern an beiden Schmalseiten, wobei sich das Burgtor nahe dem Nordosteck öffnete und der Palas am südlichen Ende lag. Teile des Hofpflasters stammen noch aus dieser Zeit. Bereits damals gab es eine Vorburg und die beiden Halsgräben.

 

Mit der Aufteilung unter vier Familien wurden bald nach 1375 die beiden Südecken mit Rundtürmen verstärkt (siehe Zitat oben von 1404) und der Palas nach Norden erweitert. Die Vorburg war massiv ummauert, es gab sowohl Zugbrücken als auch Torbauten.

 

1466-73 baute man in das Nordosteck des Hauptburg-Hofes ein neues Wohngebäude ein, das eine Kapelle und einen gemeinsamen Saal umfasste.
Damals bewehrte man auch die Ostseite durch einen Zwinger und einen hufeisenförmigen Flankierungsturm, weiterhin durch den Einbau neuer Schießscharten.

Gegenüber der Kapelle entstand das Kaplanshaus. Diese Neubauten erforderten eine Verlegung des Burgtores ans Nordwesteck.

Die nächste große Bauphase 1560-83 unter den Herren von Flersheim bestand aus dem Umbau von Kapelle, Saal und Ostzwinger zu einem neuen Wohnbau.


1619-31 baute man in das Südende der Hauptburg einen neuen, tief unterkellerten Palas und am Burgtor eine Zisterne ein.

 

Nach dem Untergang der Burg im 18. Jhdt. richtete Freifrau Octavie de Lasalle in den 1840er Jahren in der Kapelle ein Malerhäuschen ein.

 

 

Text: Dr. Joachim Zeune

Archivalienforschung: Johannes Naumann

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